Der wirklich sehenswerte Spielfilm aus dem Jahr 2003 erzählt die Lebensgeschichte von Martin Luther. Auf spannende Weise wird nachvollziehbar, wie der Prostest Martin Luthers die Welt veränderte. Der Zuschauer kann eindrucksvoll die religiöse und gesellschaftliche Atmosphäre des frühen 16. Jahrhunderts in Deutschland erleben.

 


Zur Handlung

„Martin Luther wird an einem stürmischen Herbstabend bei Stotternheim beinahe von einem Blitz getroffen und gelobt in seiner Not der Heiligen Anna, er wolle Mönch werden, wenn sie ihn nur aus diesem bedrohlichen Unwetter sicher errettet. Von nun an fühlt er sich verpflichtet, sein Gelübde einzulösen, auch gegen den Willen seines Vaters. Er geht in das Augustinerkloster in Erfurt.

Erst als Priester erkennt er die Ungerechtigkeit, die den Menschen angetan wird. Die römisch-katholische Kirche betreibt auf Geheiß des Papstes Leo X. einen regen Handel mit Ablassbriefen. Durch diesen Ablasshandel und weitere Abgaben, die die Kirche verlangt, wird viel Geld aus der Bevölkerung des Heiligen Römischen Reichs gepresst.

In Wittenberg proklamiert Luther seine 95 Thesen gegen die Missstände in der Kirche. Er schafft sich dadurch Feinde, unter anderem Johann Tetzel, den berühmt-berüchtigten Ablassprediger. Auch ignoriert er die Exkommunikation durch die Kirche und setzt seinen Kampf unermüdlich ohne Zweifel fort. Dies führt dazu, dass Luther auf der Wartburg in Sicherheit gebracht werden muss, bis er schließlich als Junker Jörg getarnt wieder unter die Menschen geht.

Schließlich gelingt es Luther, mit Unterstützung seiner Freunde und seiner Ehefrau Katharina von Bora, seiner Bewegung die Anerkennung als Religionsgemeinschaft zu verschaffen.“

(Wikipedia)

 

Anregungen zur inhaltlichen Auseinandersetzung: Der mutige individuelle Ich – Standpunkt in Glaubensfragen

Als Martin Luther 1521 in Worms vor dem Kaiser und den versammelten Fürsten verhört und letztmals zum Widerruf aufgefordert wurde, antwortete er:

„… wenn ich nicht durch Zeugnisse der Schrift und klare Vernunftgründe überzeugt werde; denn weder dem Papst noch den Konzilien allein glaube ich, da es feststeht, daß sie öfter geirrt und sich selbst widersprochen haben, so bin ich durch die Stellen der heiligen Schrift, die ich angeführt habe, überwunden in meinem Gewissen und gefangen in dem Worte Gottes. Daher kann und will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist. Gott helfe mir, Amen!

Er stellte sich dem Papst und dem, was die Konzilien vorschrieben als Individuum gegenüber, gegründet in seinem individuellen Gewissen. Er erlebte seine Sichtweise in einem Zusammenhang zur heiligen Schrift. Martin Luther entwickelte individuelle Erkenntnis und hatte den erstaunlichen Mut, diese vor aller Welt überzeugend zu vertreten. Er widersetzte sich vor den mächtigsten Personen der Zeit der Autorität des Papstes und der kirchlichen Dogmen. Ein aufsehenerregender Protest der in der Folge zum Protestantismus führte. Im Film kommt dieser mutige individuelle Standpunkt Martin Luthers eindrucksvoll zum Ausdruck.

Eine Brücke zu unserer Zeit kann ein Zitat von Heinz Grill bilden, welches die eigenständig erworbene Vorstellung über Glaubensfragen betont:

Sagt jemand beispielsweise, er glaube an eine höhere Wirklichkeit, da er diese aus verschiedenen esoterischen Lehren propagiert erhielt, so besitzt er noch keine wirkliche Vorstellung und der Glaube ist tatsächlich nur ein passives Festhalten an Worten und Wortformeln. Im fünften Lebensjahrsiebt sollte der Übende zu einer wirklich eigenständig erworbenen Vorstellung über Glaubensfragen gelangen und er sollte möglichst keine autoritativ übernommenen Dogmen dulden.“

(Heinz Grill: Die 7 Lebensjahrsiebte und die 7 Chakren. S. 117. Synergia – Verlag. 2019)


Die massive Beeinflussung bzw. Traumatisierung der Bevölkerung mit Angst

Im Film wird sehr anschaulich gezeigt, wie im frühen 16. Jahrhundert der Ablassprediger Johann Tetzel auf erschreckende und manipulative Weise der einfachen Bevölkerung Angst vor dem Fegefeuer einjagte, um damit Geschäfte für die Kirche zu machen. Der Film zeigt auch die religiöse Degeneration, auf der diese Vorgehensweisen beruhten.

 

Weitere Hintergründe aus geistiger Sicht

Rudolf Steiner beschreibt in seinen Forschungen wie es dazu kommen konnte, dass Martin Luther eine so unabhängige Weise wirken konnte. Seine Ausführungen dürften für anthroposophisch interessierte Personen sehr spannend sein Mehr dazu auf dem Portal Anthrowiki: „Wann versteht man heute Luther wirklich…?

 

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